135 Jahre Ziegelei Lüchinger
Die Ziegelei Lüchinger wurde 1836 durch Jakob Lüchinger gegründet. Der Lehm wurde damals südlich und nördlich der Kellenstrasse abgebaut. 1888 wurde die Ziegelei durch einen Brand zerstört. Von 1886 bis 1931 war es die Ziegelei «Lüchinger und Kühnis AG». Von 1931 bis 1955 war es die Ziegelei «Lüchinger & Co». Nach dem Tod von Inhaber Paul Lüchinger übernahm Pirmin Lüchinger als 22ig-Jähriger die Leitung der Ziegelei Lüchinger. 1955 erfolgte die Umwandlung in Lüchinger AG. Die Aktionäre waren: Odilo, Gerold und Pirmin Lüchinger (Firmen-Leitung). Sie waren die 4. Generation der «Ziegelei Lüchinger Familie». 1970 erfolgte die Stilllegung der Ziegelei Lüchinger. Während 7 Jahren wurden die Gebäulichkeiten vom Militär für die verschiedensten Übungen benutzt. Die letzten Abbrucharbeiten erfolgten im Februar 1977.
Ziegelei: 1885 - 1947 - 1956 - 1977 Abbruch - heute noch: Lökeli-Depot - Areal heute






Kalkfabrik
Der Briefkopf von 1920 zeigt, dass die Ziegelei Lüchinger auch eine
Kalkfabrik war.
Reinhold Lüchinger (Sohn von Pirmin Lüchinger, der bis zur Betriebs-
schliessung 1970 die Ziegelei Lüchinger leitete.) beschreibt diesen
Prozess wie folgt:
Unsere Vorfahren waren Ziegel- und Kalkproduzenten. Im Ziegelbrenn-
ofen wurde auch Kalkgestein gebrannt. Nach dem Brennvorgang
wurden die Kalksteine zertrümmert und anschliessend mit Wasser
„gelöscht“. Bei diesem Vorgang entstand der „Maurerkalk“
(Vorgänger des Zements), welcher trocken in Fässern verkauft wurde
und dann aufbereitet als Mörtel verwendet wurde.
Produktionsvorgang
Das Kalkbrennen wurde mit dem Ziegelbrennen vollzogen. Man bestückte den Ring-Brennofen mit getrockneten Ziegeln und teilweise mit Kalksteinen vom „FELSELI“. Dann heizte man den Brennofen mit feiner Kohle auf. Nach etwa drei Tagen wurde die Brenn-temperatur von rund 1100 Grad erreicht. Den Ofen liess man dann auskühlen und entnahm anschliessend die gebrannten Ziegel und die gebrannten Kalksteine. Die Kalksteine wurden zertrümmert und den trockenen Kalk füllte man in Holzfässer zur Auslieferung auf die Baustelle. Dort wurde der Kalk in der Kalkgrube mit Wasser versetzt. Dieser Vorgang wurde «Kalk löschen» genannt. Der Kalkmilch fügte man je nach Verwendungszweck (als Putz oder Mörtel) Sand und Wasser zu. Dieses Produkt verarbeitete man sofort oder sumpfte es längere Zeit in einer Grube ein.

