Kellen: Ziegelei Zäch - Ziegelei Schmidheiny - Zürcher Ziegeleien
Markus Kaiser (Historisches Lexikon der Schweiz):
Bedeutend war die ab 1836 tätige Ziegelei Zäch.
Die Ziegelei Kellen, Oberriet, die Eigentum der Gebrüder Zäch und Co gewesen war, kam 1925 in den Besitz der Firma J. Schmidheiny & Co. Im Jahre 1932 erfolgte die Verschmelzung der Zürcher Ziegeleien und der Gruppe Schmidheiny, indem die Zürcher Ziegeleien die Aktienmehrheit der drei Werke Istighofen, Bruggwald und Oberriet erwarben. 1973 wurde der Betrieb der Zürcher Ziegeleien in Oberriet eingestellt. Von 1980 bis 1982 erfolgte in Etappen der Abruch der Anlage in den Kellen.
Briefkopf 1910 - 1950iger Jahre (Archiv Zürcher Ziegeleien) - vor dem Abbruch 1980 - Areal heute




Kalkfabrik
Der Briefkopf von 1910 zeigt, dass auch in der Ziegelei Zäch Kalk
hergestellt wurde.
In seiner Autobiographie beschreibt Karl Zäch, sein Vater war
Leiter der Ziegelei Zäch, diesen Produktionsprozess.
Aus der Autobiographie: Der Ziegelei angegliedert war auch eine
Kalkbrennerei, wo Kalksteine und Grobkoks in einem bestimmten
Verhältnis eingesetzt wurden. Diese Schachtöfen wurden von unten
mit Holzfeuer angezündet, die dann unten nach oben vorwärts-
brannten: Durch die Glut wurde die Kalksäure ausgetrieben und
nach dem Erkalten - der ganze Vorgang dauerte etwa eine Woche -
blieb dann eben der Stuckkalk, der unten herausgezogen und in die
Kalkfässer gefüllt wurde. Diese wurden mit einem Deckel verschlossen
und mit den Ziegelfuhren auf die Baustellen gebracht, wo er mit
Wasser gelöscht und mit Sand gemischt, den Mörtel für die Maurer
bildete. Zement war damals noch wenig bekannt.

